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Gedichte, Lyrik, Poesie

Der sternenhelle Weg
162 Bücher



Theodor Däubler
Der sternenhelle Weg . 2. erweiterte Auflage 1919



Heimat

Da hasten sie her meine bittern Genossen!
Ihr salzigen Freunde, entschnellt mich dem Schlund.
Ich habe mich auch in die Schaumlust ergossen,
Du Meer bist ein atmender jubelnder Mund!
Wir schwanken und schluchzen von Schwebe zu Schwebe,
Die Flut, meine Buhlin, mein Lehrer, der Wind,
Umhalsen mich stark, doch ich atme, ich lebe!
Ich rufe: ich lebe, ich Sonne, dein Kind.
Ich lebe, ich lebe, ich habe das Leben,
Ich hab eine Heimat, ein witterndes Leid.
Ich brande aus Liebe ins Schmerzeserbeben,
Und Schaum ist mein wechselndes rauschendes Kleid.
Ach Heimat, ach Heimat, du lachender Name!
Leibhaftiges prickelndes Salz unter mir,
Auch ich bin dein freudiger feuriger Same,
Auch ich bin dein feierndes, plötzliches Hier.
Ich hab eine Heimat! Aus sonniger Wiege
Entschnell ich in Mäntel aus rauschendem Gold,
Ich tauche, ich siege, ich tausche, ich fliege,
Ich werde in Wonnegewinde gerollt.
Ihr perlenden Hemden, ihr Sonnengewänder,
Ihr hascht mich und bringt mir die Jugend zurück.
Ihr windigen Joppen, ihr schwärmenden Bänder,
Ich juble euch zu: nun so tragt mich ein Stück!
Ich hab eine Heimat, sie hat mich erwunden,
Ich hatte sie unter den Füßen gesucht.
Nun bringt sie mich dar: überraschende Kunden
Sind unter geöffneten Wogen verbucht.


  Theodor Däubler . 1876 - 1934






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