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Attische Sonette
162 Bücher



Theodor Däubler
Attische Sonette . 1. Auflage 1924



Die Einladung

Die Wolken glitzern um die höchste Stunde,
Ein jüngster Wind versilbert sacht den Wald;
Die Ölbäume bekennen sich zur Gottgewalt
Und zittern von Athenas Nahen Kunde.

Ihr Silberwispern frommt aus hehrem Munde;
Doch - Demeter vernehmbar bloß - erschallt
Ein Ruf der Zeus-Entragten, als Gestalt:
Beglück Athen, Erkorene zum Bunde!

Da löst von Kore sich die große Mutter,
Gehorcht der Tochter des Kroniden schlicht;
In Fuhren folgt ihr hochgestuftes Futter.

Viel Korn kommt an, auch Überschwang an Butter:
Der Stadt enthüllt sich Demeters Gesicht,
Für Opfer nickt sie - tiefumfleht - Verzicht.


  Theodor Däubler . 1876 - 1934






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