Gedichte.eu Impressum    

Gedichte, Lyrik, Poesie

Gedichte
162 Bücher



Carl Busse
Gedichte . 2. veränderte Auflage (vermutlich) 1894/1895



Spielmannslied

Als die warmen Quellen gingen
Jubelnd durch den Frühlingsschein,
Zog ein Singen und ein Klingen
In die Höhn und Herzen ein.

Frühlingsfluten in uns beiden
Wogten aufwärts und zurück,
Mit den Kätzchen an den Weiden
Kam die Liebe, kam das Glück.

Immer neue Knospen sprangen
Noch zu all dem Blütenblust,
Lerchen sangen, Lerchen klangen,
Lerchen trug ich in der Brust.

* * *

Ach, der Sommer ist vorüber,
Trauernd neigt sich mein Gemüt,
Und die Augen strömen über:
Alles ist nun abgeblüht.

Daß auch du mich jetzt verlassen,
Liegt so schwer mir auf dem Sinn,
Geh nun einsam durch die Gassen,
Keiner fragt: Woher? Wohin?

Lockend schlägt ein Kinderlachen
Windgetragen mir ans Ohr,
Lustig steigen weiße Drachen
Feldwärts in den Herbst empor.

Und ein müder Lebensstreiter
Wart' ich singend auf das Grab,
Wander' weiter, wander' weiter,
Geh' bergauf und geh' bergab,

Bin ein bleicher Spielmann worden,
Nahm die Geige mir zur Hand,
Fahr' nach Süden, fahr' nach Norden,
Ohne Ziel und Vaterland.


  Carl Busse . 1872 - 1918






Gedicht: Spielmannslied

Expressionisten
Dichter abc



Busse
Gedichte

Intern
Fehler melden!
AGB

Internet
Literatur und Kultur
Autorenseiten
Internet







Partnerlinks: Internet


Gedichte.eu - copyright © 2008 - 2009, camo & pfeiffer

Spielmannslied, Carl Busse