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Carl Busse
Gedichte . 2. veränderte Auflage (vermutlich) 1894/1895



Meeridyll

Wellig und bauschend wie blaue Seide
Wandern die Wellen und wiegen sich sacht,
Drüber in goldigem Glutenkleide
Lächelt der Mittag in strahlender Pracht.
Weißes, zitterndes Perlengeschäume,
Und ein Lachen aus Nixenmund,
Süße, bethörende Sommerträume
Steigen und brodeln vom schimmernden Grund.

Und ein Girren und Lachen und Flüstern, -
Tief vom Grunde ringt sich zum Licht
Prustend und planschend mit blähenden Nüstern
Lüstern lächelnd ein Angesicht.
Täppisch-plump mit verlegenem Grinsen
Schüttelt es von sich der Wellen Getropf -
Weiße Rosen und dunkle Binsen
Schmücken kränzend den kahlen Kopf.

Seejungfraun schwimmen in kichernden Gruppen,
Zupfen ihn an dem Ziegenbart,
Wassermann klopft seine silbernen Schuppen,
Streichelt sein Antlitz, dunkel behaart.
Will die neckenden Mädchen greifen,
Patscht nach den schlanken Gestalten schon,
Aber in silbernen Furchen und Streifen
Sind ihm die schimmernden Leiber entflohn.

Das ist ein Johlen, das ist ein Tollen!
"Wassermann... dummer Mann!" neckt ihn der Thor,
Vor ihm und neben ihm taucht oft mit vollen,
Lüsternen Gliedern ein Nixlein empor.
Sonnengold glüht auf die Wogengespielen,
Murmeln und Singen und Jauchzen umher -
Die Wellen raunen, die Wellen spielen,
Und Wassermann lacht über's ganze Meer.


  Carl Busse . 1872 - 1918






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