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162 Bücher



Carl Busse
Gedichte . 2. veränderte Auflage (vermutlich) 1894/1895



An einen Jugendfreund

Schon auf der Schulbank saßen wir zusammen
Und lasen uns die ersten Lieder vor,
Und in uns beiden schlugen wild die Flammen
Der ersten heißen Leidenschaft empor.
Du lieber Gott, was waren das für Zeiten!
Rapiere blitzten und der Becher klang,
Und trutzig brauste durch die Frühlingsweiten
Aus junger Brust der Sekundanersang.

Und hat das Leben uns auch längst vertrieben
Aus unsrer Jugend heitrem Blütenland,
Die alten Freunde sind wir doch geblieben,
Weil dich und mich der gleiche Schmerz verband.
In unsrer Seelen tiefverborgnem Grunde
Liegt still ein Grab, davor wir beten gehn
Und für die Liebe, die wir dort begruben,
Giebt es kein Ostern und kein Auferstehn.

So gehn wir einsam durch ein schweres Leben
Mit müdem Sinn, bis uns der Tod einst bricht,
Mir hat der Schmerz den Dichterkranz gegeben,
Dich ziert kein Kranz - dich ruft nur rauh die Pflicht.
Es trieb der Nacht tiefdunkelndes Gefieder
Zwei Freunde fort, weitfort von Glück und Haus,
Der eine singt noch wilde Sehnsuchtslieder,
Der andre weint sich nur im stillen aus.


  Carl Busse . 1872 - 1918






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