Gedichte.eu Impressum    

Gedichte, Lyrik, Poesie

Zu guter Letzt
162 Bücher



Wilhelm Busch
Zu guter Letzt . 1. Auflage 1904



Wer einsam ist, der hat es gut,
Weil Keiner da, der ihm was thut.
    Ihn stört in seinem Lustrevier
Kein Thier, kein Mensch und kein Klavier,
Und Niemand giebt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
    Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
    Sogar im Schlafrock wandelt er
Bequem den ganzen Tag umher.
    Er kennt kein weibliches Verbot,
Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
    Geschützt vor fremden Späherblicken,
Kann er sich selbst die Hose flicken.
    Liebt er Musik, so darf er flöten,
Um angenehm die Zeit zu tödten,
Und laut und kräftig darf er prusten,
Und ohne Rücksicht darf er husten,
Und allgemach vergisst man seiner.
Nur allerhöchstens fragt mal Einer:
Was, lebt er noch? Ei schwerenoth,
Ich dachte längst, er wäre todt.
    Kurz, abgesehn vom Steuerzahlen,
Läßt sich das Glück nicht schöner malen.
    Worauf denn auch der Satz beruht:
Wer einsam ist, der hat es gut.


  Wilhelm Busch . 1832 - 1908






Gedicht: Wer einsam ist, der hat es gut

Expressionisten
Dichter abc



Busch
Zu guter Letzt

Intern
Fehler melden!
AGB

Internet
Literatur und Kultur
Autorenseiten
Internet







Partnerlinks: Internet


Gedichte.eu - copyright © 2008 - 2009, camo & pfeiffer

Wer einsam ist, der hat es gut, Wilhelm Busch