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Zu guter Letzt
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Wilhelm Busch
Zu guter Letzt . 1. Auflage 1904



Es war ein Mägdlein froh und keck,
    Stets lacht ihr Rosenmund,
Ihr schien die Liebe Lebenszweck
    Und alles andre Schund.

Sie denkt an nichts, als an Pläsir,
    Seitdem die Mutter todt,
Sie lacht und liebt, obgleich es ihr
    Der Vater oft verbot.

Einst hat sie frech und unbedacht
    Den Schatz, der ihr gefällt,
Sich für die Zeit um Mitternacht
    Zum Kirchhof hinbestellt.

Und als sie kam zum Stelldichein,
    O hört, was sich begab.
Da stand ein Geist im Mondenschein
    Auf ihrer Mutter Grab.

Er steht so starr, er steht so stumm,
    Er blickt so kummervoll.
Das Mägdlein dreht sich schaudernd um
    Und rennt nach Haus wie toll.

Es wird, wer einen Geist gesehn,
    Nie mehr des Lebens froh,
Er fühlt, es ist um ihn geschehn.
    Dem Mägdlein ging es so.

Sie welkt dahin, sie will und mag
    Nicht mehr zu Spiel und Tanz.
Man flocht ihr um Johannistag
    Bereits den Todtenkranz.


  Wilhelm Busch . 1832 - 1908






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