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Gedichte, Lyrik, Poesie

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162 Bücher



Karl von Holtei
Gedichte . 4. Auflage 1856



3.

Was ich in stiller Kammer
Gedichtet, Lust wie Graus,
Die Possen wie den Jammer,
Ich trag' es selbst hinaus;

Hinaus auf jene Bretter,
Vor denen Gunst und Glück
Mit wandelbarem Wetter
Bestimmen sein Geschick.

Da seh' ich nun und höre,
Wie gern die Masse irrt,
Wie Schmach gar oft zur Ehre,
Wie Ruhm zur Schande wird.

Was uns aus tiefster Tiefe
Des warmen Herzens geht,
Gilt dort als Hieroglyphe,
Die Niemand recht versteht;

Was aber, oberflächlich,
Nur Flaches leicht berührt,
Das wirkt bequem, gemächlich,
Gefällt, bewegt und rührt.

Macht dann einmal das Echte
Lebendigen Effect,
Erkämpft einmal das Rechte
Sich Beifall und Respect -

Dann frag' ich mich verwundert:
Wie aber ging das zu?
Wer täuschte sich? Zwölfhundert
Zuschauer oder Du?


  Karl von Holtei . 1798 - 1880






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Was ich in stiller Kammer, Karl von Holtei