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Hugo Salus
Gedichte
. 1. Auflage 1898
Helgoland
Der harte Seewind gerbt mir Stirn und Wange
Und färbt sie braun. Die Ärmel hochgeschürzt,
Helf ich dem Seemann an der Ruderstange,
Des Meeres Odem schlürfend, salzgewürzt.
Wie höhnend spritzt mir ihren eisig frischen,
Prickelnden Schaum ins Angesicht die Flut;
Ich habe keine Zeit, ihn wegzuwischen,
Und freu' mich, brummt der Seebär: "So ist's gut."
Ein helles Jauchzen drängt sich mir zur Kehle,
Und freudig flattert in des Busens Haft
Die glückliche und aufgeregte Seele -
Die Kraft zieht ein in mich, die heilige Kraft!
Die heilig rohe Kraft in starken Armen,
Die in den Staub den wilden Löwen zwingt,
Des Weibes Leib erkämpft, den lebenswarmen,
Und die des Männerzornes Kriegsschwert schwingt!
Mein zornig Herz, nun magst du dich erbosen!
Nun magst du wünschen, was dir Freude schafft!
Und willst du Heldenthaten oder Rosen,
Ich schaff' sie dir: Ich hab' die heilige Kraft!
Hugo
Salus . 1866 - 1929
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