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Detlev von Liliencron
Neue Gedichte . 1. Auflage 1893



Das Gespenst

Einen lustigen Schwank aus seinem Leben
Hat mir gestern mein Freund gegeben:
Ich war bei den Spiritisten gewesen,
Bei Geistererscheinung, Gedankenlesen,
Kam, ich gestehs, etwas gruselig nach Haus,
Verschloß schleunig mein Zimmer vor jedwedem Graus,
Tappe nach Streichholz, Lampe, nanu,
Klopfts schüchtern? Was, ein Rendezvous
Mit irgend einem Ururgroßvater,
Mit einem alten Hexenkater?
Mich überläufts, ah, pfui, Mut, Licht,
Ich fürcht' mich doch sonst vorm Teufel nicht.
Und hin zur Thür und dreh vorsichtig um,
Und bin vor Staunen starr und stumm:
In schwarzen Strümpfen, im bloßen Hemd,
Ei, Donner, das Mädel ist mir nicht fremd.
Was, Kathrinchen, das bist du?
Rasch herein, und schnell wieder zu!
Wie du dich an mich schmiegst, wie du bangst,
Hast wohl auch vor Gespenstern Angst?
Und meinst, zu zwein stehn wir besser den Mann,
Daß uns kein Spuk was anhaben kann.


  Detlev von Liliencron . 1844 - 1909






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