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Gedichte, Lyrik, Poesie

Requiem aeternam dona ei
162 Bücher



Arthur Fitger
Requiem aeternam dona ei . 1. Auflage 1894



Simson

Ich kann mit keinem Liebeslied,
Mit schönen Worten dir nicht dienen;
Als blos rudimentäres Glied
Ist stets die Zunge mir erschienen;
Ein Staarmatz, der sein Sprüchlein schwätzt,
Mein Rednermaul in Schatten setzt.

Darum thät ich mit stummer Faust
Dir eine Art von Salem pflücken,
Ein bischen blutig und zerzaust,
Doch gut genug, mich auszudrücken,
Trotz Rosen und Vergissmeinnicht
Und Atlasband und Sinngedicht.

Ein Löwe mir entgegensprang,
Als ich dich jüngst besuchen wollte;
Doch Amor fackelte nicht lang
In Sorge, dass er warten sollte;
Zum Kampfe kam es auf der Stell' -
Und kurz und gut hier ist das Fell.

Nun leg's als Teppich vor dein Bett,
Und träum' auf Eiderdaunenwogen
In meinem Arm, wie du so nett
Das Fell mir über's Ohr gezogen;
Nicht mal gezogen - ach, ich fuhr
Schon aus der Haut, sah ich dich nur.

Besiegter, armer Leu, du senkst
Vor meinem Fuss das Haupt zur Erde,
Wie sich vor Artaxexes Hengst
Zum Schemel Valerian entehrte.
Doch lach' in Schmach und Staub und Graus
Getrost mich als Collegen aus.

Du bist nur Kürschnerwaar' und tot
Und bist der würdigere von beiden;
Derweil dein Sieger gleiche Noth
Lebendigen Leibes muss erleiden;
Schmäht dich mein Stiefel noch so sehr,
Schmäht ihr Pantoffel mich noch mehr.


  Arthur Fitger . 1840 - 1909






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