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Requiem aeternam dona ei
162 Bücher



Arthur Fitger
Requiem aeternam dona ei . 1. Auflage 1894



Ein Eichenriese stand an meines Waldes Grenze,
Ein uralt Königshaupt geschmückt vom jüngsten Lenze,
Dess Wurzel sich in Sagennacht verlor;
Und streckt er himmelwärts auch blitzgetroffne Aeste,
Und brach das Alter auch des Markes eherne Veste,
Hoch über allem Volke ragt er vor.

In seinem Wipfel girrt ein Turtelchen dem Gatten,
Der Wandrer rastet aus in seinem milden Schatten,
Ein blasses Heilgenbild beschirmt er gar.
Und oftmals nächtens stand ich schauernd still zu lauschen
Und hörte durch's Gezweig ein wundersames Rauschen,
Als gastete bei ihm Kronions Aar.

Nun schürt' ein Feuer jüngst die blonde Maid des Hirten
An seinem hohlen Fuss; und ach die Funken irrten
Im tollen Wirbeltanz von ihrer Bahn;
Geheim im Marke frass um sich ein stilles Feuer,
Und bald vom Wind genährt, ein Flammenungeheuer,
Schnaubt' in des Stammes Höhlung himmelan.

Und als hinbröckelt' Ast nach Ast, ein morsch Gerölle,
Und als der Stamm zerbarst und seines Herzens Hölle
Mit tausendzüngiger Gluth zu Tage schlug,
Da floh ich scheu hinweg, die Gafferschaar zu meiden;
Mich dünkt ein Jeder müsst' an mir sein Auge weiden,
Als läg entsiegelt meines Lebens Buch.


  Arthur Fitger . 1840 - 1909






Gedicht: Ein Eichenriese stand an meines Waldes Grenze

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