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Frohe Fracht
162 Bücher



Gustav Falke
Frohe Fracht . 1. Auflage 1907



Schön Anna und jung Detlef

Schön Anna war noch halb ein Kind,
Jung Detlef war es auch,
Ihr Haar war flimmerndes Gold im Wind,
Ihre Augen waren wie Sterne sind,
Jung Detlefs Augen auch.

Sie ritten durchs lachende Sommerland,
Und die Rüden tollten im Grund,
Sie ritten zusammen Hand in Hand
Und Sattel an Sattel. Im Eichenforst fand
Heimlich Mund zu Mund.

Die Zeit ein Traum und das Glück ein Traum,
Die Jugend tollt und lacht,
Jetzt grünt der Baum, jetzt blüht der Baum,
Jetzt trägt er Frucht, sie färbt sich kaum,
Da stürzt ihn der Sturm einer Nacht.

Schön Anna, du bist König Christians Kind! -
Ist es Liebe, die sich bedenkt?
Um Schloß und Turm jetzt pfeift es der Wind,
Es weiß es im Land jedes Katenkind,
Schön Anna hat sich verschenkt.

Die Knechte im Feld, die Fischer im Kahn,
Drehen am gleichen Seil:
Was schwoll auch der Kamm dem jungen Hahn
Nach dem Königskind. Nun hat ers vertan,
Und morgen frißt ihn das Beil.

Sie starben zusammen an einem Tag,
Wie treue Liebe will.
Schön Anna auf ihrem Bettlein lag,
Kein Stündlein ich mehr leben mag,
Und war für immer still.

Zwei weiße Tauben flogen empor
Aus Nacht und bitterem Schmerz,
Sie flogen bis vor das himmlische Tor,
Da trat Maria selber hervor,
Und nahm sie an ihr Herz.


  Gustav Falke . 1853 - 1916






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