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Gedichte, Lyrik, Poesie

Das Leben lebt
162 Bücher



Gustav Falke
Das Leben lebt . 1. Auflage 1916



Ein Ostergesang an Deutschland

Auf deinen Armen lag ich,
ein hungerndes Kind.
Und du sättigtest mich;
und ich wuchs auf,
seliger Knabe,
träumevoll.
Wolke und Stern,
Blume und Baum
und der tanzende Schmetterling
waren Gespielen.

Dich liebte ich, Träumendes,
dich liebte ich, Blühendes,
dich liebte ich, Singendes.
Geschwister alle,
Kinder einer Mutter,
meiner Mutter.
Und ich wuchs auf,
wuchs wie ein Baum,
rollende Säfte
heiligen Lebens
in Wurzel und Wipfel.

Und stand nicht allein.
Neben mir,
um mich ein rauschender Wald.
Glut der Sonne oben
und fruchtender Regen,
horstende Adler in schwankenden Wipfeln.
Unten aber, in dichteren Strauchwerks
schützendem Dämmer
Gesang der Nachtigall.

Jetzt, da des Weltsturms Brausen
deinen ragenden Wald füllt,
lieb ich dich glühender,
lieb ich dich inniger noch.
Gewaltiges Schicksal
zerschmettert, was alt,
und schont nicht der jungen,
schwellenden Zweige,
wehe, sie sinken,
wehe, auch sie!
Und aus weinenden Wunden
fließt ihr brüderlich
Leben dahin.

Aber dein Wald steht.
Trotzend in Sturm und Kampf,
singt er sein Zukunftslied,
orgelhaft schwellend.
Singt
von siegendem Licht,
Singt
von siegender Kraft.
Und dein Wald steht!

Deutschland,
wie lieb ich dich!
Das Licht meiner Tage erlischt,
und mein sanftes Lied verhallt;
verweht wird die Spur deines Kindes,
das dir Liebe sang,
immer nur Liebe.
Du aber lebst
und treibst ragende Wipfel
aus dauerndem Schoß
ins heilige Licht.


  Gustav Falke . 1853 - 1916






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