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Gedichte, Lyrik, Poesie

Die singende Sünde
162 Bücher



Georg Busse-Palma
Die singende Sünde . 1. Auflage 1905



Brunhilde singt:

Er nannte mich Liebste und nannte mich du.
Da wurde es Abend und heiß meine Stirne.
Ich wär seine Göttin, so raunt er mir zu.
Da schloß ich die Augen und ward seine Dirne.
Es fielen viel Blüten, viel Blüten auf mich.
Blaublühender Flieder umrankte die Laube.
O wie hasse ich sie, o wie hasse ich dich!
O wie lag ich so tief dort, so tief dort im Staube!

Und wir herzten und küßten, und wund schon geküßt
Hat er mir die Kleider vom Leib noch gerissen.
Und auch ich wurde toll und es schwoll mein Gebrüst,
Und auch ich wurde toll und auch ich hab' gebissen.
Seine röchelnde Kehle verfärbte sich,
Und mein Mund ward blutig in dämmernder Laube.
O wie hasse ich sie, o wie hasse ich dich!
O wie lag ich so tief dort, so tief dort im Staube!

Dann kamen die Sterne und Winde der Nacht,
Die rauschend und raschelnd im Laub sich verfingen,
Bis daß wir erwacht, aus dem Taumel erwacht,
Und wortlos und still voneinander gingen.
Nie seh ich dich wieder, nie mehr siehst du mich.
Nie grüß ich dich wieder in dämmernder Laube -
Doch ich schreie nach dir, doch ich liebe nur dich,
Und ich war ja nur glücklich - bei dir dort im Staube! -


  Georg Busse-Palma . 1876 - 1915






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