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Gedichte, Lyrik, Poesie

Erlebte Gedichte
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Otto Julius Bierbaum
Erlebte Gedichte . 2. Auflage 1903



VII.

Mir war die Liebe lange nur ein Spiel,
Leicht setzt' ich wenig ein und holte viel,
Und lustig warf den goldenen Gewinn
Ich gerne bald in and're Schürzen hin.
Oh ja, das Herz, es war wohl auch dabei,
Leis klang es mit wie ferne Melodei
Dem lauten Sang der tanzbewegten Lust,
Doch Stille war im Innersten der Brust.
Was da, von Friedensrosen mild umblüht,
Dem einen Herz heiss entgegenglüht,
Du hast's zuerst geweckt; - nun ist es weh,
Das leichte Herz, ein wildbewegter See
Voll Ungethümen, die die Qual gebar,
Die doch nur Liebe, Liebe, Liebe war.

Ich weiss, Du lachst, wenn Du von Qualen liest;
In Deinem Herzen eine Blume spriesst,
Die leicht im Winde ihre Blüthe trägt,
Die nichts nach Qualenungethümen fragt;
Im eigenen Dufte wiegt sie her und hin -:
Die Blume ist Dein glücklich-leichter Sinn.
Sie soll Dir nie im Herzensfrost vergeh'n,
Aus jedem Leide soll sie aufersteh'n
Wie Maitaghelle, da der Winter schwand
Dem Sonnensiege in das Nebelland...

Was mir die Liebe und ihr Leid beschied?
Ich fühl' es schon: es keimt ein neues Lied.
Das wird von Dir ein glühend Singen sein,
Das wird aus Qualenwust mein Herz befrei'n.
Wie Thränensturz wird heiss sein starker Fluss,
Und aus dem Herzen kommt's in einem Guss,
Ich halte nichts, ich halte nichts zurück,
Im Lied verströme ich mein ganzes Glück.
Ob Du es fühlst, was ich Dir hier gesteh'?
Das fühlst Du wohl, es ist ein tiefes Weh
Und eine Gnade doch; es raubt und giebt...
Oh, Mädchen Du, wie hab' ich Dich geliebt!


  Otto Julius Bierbaum . 1865 - 1910






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